Monday, October 16, 2006

Tsergo Ri (Cherko Ri)

Heute geht es besonders früh raus... Wir stehen um 5:30 (!) auf und starten nach einem Teller Nudelsuppe in Rictung Cherko Ri (Berg inmitten von Bergen). Die Tour ist als "Halbtagesausflug" geplant. Da es sich nach dem Mittag immer sehr schnell zuzieht, gehen wir lieber etwas früher los. Die Sonne ist noch nicht vollständig hinter den Bergen hervorgekommen, aber die Kulisse ist bereits um diese Zeit atemberaubend schön. Wir nehmen zunächst eine Abkürzung, dies wird mir allerdings erst auf dem Rückweg klar. Der Weg mag zwar etwas kürzer gewesen sein, aber der dadurch steile Aufstieg querfeldein kostet richtig Kraft. Noch dazu müssen wir zur Überquerung des Flusses mit einigen Steinen eine Behelfsbrücke bauen. Es dauert zwar etwas, aber wir kommen trockenen Fusses rüber. Inzwischen haben wir nun wirklich das Niveau erreicht, auf dem es Probleme mit der Höhenkrankheit geben kann. Nachdem Jessica bereits gestern ausgefallen ist, habe ich nun bei ca. 4600 m auch das Gefühl, die ersten Kopfschmerzen zu bekommen. Ausserdem atme ich immer kürzer. Gerne wäre ich bis zum Gipfel mit aufgestiegen, aber ich ziehe beim letzten "Vorgipfel" die Reissleine und klinke mich aus der kleinen, verbliebenen Gruppe aus.

Dadurch habe ich nun ausreichend Zeit, das "fast" 360 Grad Panorama zu geniessen. Auch eine Stunde Höhenschlaf gönne ich mir und werde irgendwann von einem belgischen Wanderer, der mit seinen guides meinen Schlafplatz zum Rastplatz macht, geweckt. Ist ja genügend Platz da. :-) Ich mache mich langsam alleine zum Abstieg bereit, in Höhe der Steinhäuser warte ich noch eine Weile, aber es kommt keiner vom Berg runter. Gegen 12 Uhr beschliesse ich dann alleine abzusteigen. Der Weg ist wesentlich einfacher als unser querfeldein Aufstieg. Ich muss immer wieder stehen bleiben, da ich mich gar nicht satt sehen kann... In nur 50 Minuten bin ich von den Steinhäusern in unserer Lodge angekommen.

Wir machen uns schon Gedanken, da die anderen auch kurz vor 2 noch nicht wieder aufgetaucht sind. Stephan und ich gehen also noch mal los... Zum Glück ist alles in Ordnung, ca. 500 m hinter dem Ort kommen uns alle wohlbehalten entgegen.


Gegen Abend versucht sich noch der eine oder andere beim Melken. :-)
Ab morgen gehts schon auf die Rücktour, zunächst zwei Tage lang nur bergab...

1 Kommentare:

Sebastian said...

Kedar, Rainer, Judith und ich haben den Aufstieg bis auf 4985m geschaft. Am ansträngensten waren die letzte 100 m. Während wir nach jedem Meter verzweifelt versuchten unsere Lungen mit Sauerstoff zu füllen, spurtete Kedar voran und hatte immer noch genug Puste um ein Liedchen zu singen. Oben erwartete uns ein schier unglaubliches Panprama, daß uns mehr als entschädigte.

Mit voller Hochachtung muß ich hier auch noch mal Rainer (unseren "Papa Schlumpf") erwähnen, der mit seinen 65 Jahren diese Tour mitgemacht hat.

liebe Grüße
Sebastian